Namaste


„Fremde Erde ist nur fremd, wenn der Fremde sie nicht kennt.“

Pocahontas – „Farbenspiel des Winds“

Om Namah Shivaya!

Tatsächlich begrüßt man sich hier im Ashram eher so als mit Namaste. Es ist eigentlich ein Mantra aus dem Sanskrit und heißt so viel wie „Ich verneige mich vor Shiva“ . Damit ist einerseits tatsächlich der Gott Shiva, der „Glücksverheißende“, gemeint – einer der Hauptgötter des Hinduismus‘, der für Zerstörung und Transformation steht. Andererseits adressiert es aber auch das Göttliche in uns selbst. Das Mantra gilt im Hinduismus als kraftvolles Werkzeug zur Selbststransformation – sprich sich mit seinem höheren Selbst zu verbinden. Man kann das Mantra also auch übersetzen mit „Ich verneige mich vor dem Göttlichen in mir“ bzw. im Falle einer Begrüßung: „Ich verneige mich vor dem Göttlichen in Dir.“

Und damit sind wir auch schon mitten drin!
Ich bin also mittlerweile in einem indischen Ashram gelandet. Franzi ist von Trivandrum aus nach Sri Lanka weitergereist (tatsächlich nur ein einstündiger Flug), während ich gerne den gesamten Monat hier in Indien verbringen will. Das Leben in einem indischen Ashram kennenzulernen war einer der wenigen Pläne, die ich für diese Reise überhaupt hatte. Zunächst hatte ich überlegt mir eines in Rishikesh zu suchen – der Yoga Hauptstadt im Norden Indiens und neben Goa DER place to be für alleinreisende Frauen in Indien (sehr touristisch, sehr sicher). Aber es hätte weder von der Route her Sinn gemacht, noch hatte ich Lust auf diesen Yoga-Massentourismus und ich habe mich hier in Kerala bisher noch kein einziges Mal unwohl oder unsicher gefühlt. Selbst wenn das Leben im Ashram nichts für mich sein sollte, könnte ich hier auf jeden Fall guten Gewissens alleine herumreisen.

Franzi macht sich schon früh morgens auf den Weg zum Flughafen und als sie weg ist, fühlt sich das Zimmer plötzlich sehr ruhig und leer an. Ich bin jetzt also alleine. In Indien. Ich schwanke ein bisschen zwischen Aufregung, Vorfreude und Nervosität und bevor Letzteres die Überhand gewinnen kann, gehe ich runter zum Frühstück. Jayan, der Besitzer des Homestays, begrüßt mich überschwänglich (als wir gestern Abend ankamen, war er nicht Zuhause und sein Sohn hat uns in Empfang genommen) und seine Frau kocht Frühstück für mich (auch nach fast sechs Wochen in Sri Lanka/Nepal/Indien ist es immer noch schräg, das Wort kochen in Zusammenhang mit Frühstück zu benutzen, aber ja: Es gibt Reis und Curry und es ist verdammt scharf!). Aus dem Wohnzimmer schallt der Fernseher rüber in den Essereich – wie üblich läuft Cricket. Während des Frühstücks lerne ich Naomi und (upsi, Name vergessen) aus Holland kennen und siehe da: Sie wollen heute auch in das gleiche Ashram! Witziger Zufall. Wir teilen uns ein Uber und machen uns zu dritt auf den Weg.

Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Das Ashram liegt ca. 30km außerhalb von Trivandrum direkt am Neyyar Dam – einem Staudamm an einem wunderschönen und fast kitschig idyllisch gelegenen See. Der Check-in ist sehr kompliziert und zieht sich eine ganze Weile, aber in Indien geht ja nie irgendwas schnell (und es rechnet auch niemand damit), daher bin ich die Geduld in Person. Ich buche und zahle zunächst für drei Nächte – das ist die Mindestaufenthaltsdauer – und will mal schauen, wie es mir hier gefällt.

Sivananda Ashram in Kerala
Naomi und x vor der Rezeption

Meine Komfortzone lasse ich schon an der Eingangspforte hinter mir. Ich bekomme ein bezogenes Kopfkissen, zwei dünne Laken und ein Mosquitonetz in die Hand gedrückt und beziehe mein Bett im Frauenschlafsaal (36 Betten). Dort erfahre ich, dass im Schlafsaal – ebenso wie in allen anderen Gebäuden – striktes Schuhverbot herrscht. Auch keine Flipflops oder ähnliches. Das gilt auch für die Gemeinschaftsbäder. Ich gehe also direkt mal barfuß auf die Gemeinschaftstoilette und rede mir ein, dass der nasse Boden und die Tropfen auf der Klobrille nicht das sind, was ich befürchte („Sagen wir, es ist Wasser!“ höre ich Franzis Stimme in meinem Kopf). Wie so oft in Indien dient der winzige Raum nämlich gleichzeitig als Duschkabine. Danach bekomme ich zum Glück außerhalb der Reihe – eigentlich gibt es nur Frühstück und Abendessen – ein kleines Mittagessen. Das esse ich dann also mutterseelenallein in dem riesigen Speisesaal – im Schneidersitz auf dem Fußboden sitzend und mit den Händen. Besteck gibt es hier nämlich auch keines. Anschließend erkunde ich erstmal den Ashram-Komplex.

Hier ist alles grün, grün, grün!
Verrückte Palmen!
Eingang zum Schlafsaal
Meine kleine Koje…
Waschplatz
Speisesaal – Jap, ohne Tische und Stühle

Ein Ashram ist ein spiritueller Ort und das Wort an sich bedeutet im Prinzip nichts Anderes als Gemeinschaft. Es leben also viele Menschen zusammen, die gemeinsam beten, meditieren, Yoga praktizieren und im Kontakt mit dem sogenannten Guru, einem religiösen/spirituellen Lehrer, der seinen Wohnsitz im Ashram hat, die Nähe zum Göttlichen erfahren sollen.

Da hier ein Tag dem anderen gleicht, beschreibe ich vielleicht einfach mal einen typischen Tagesablauf. Das Leben im Ashram ist sehr diszipliniert und es gibt einen strengen Zeitplan, der jeden Tag genau gleich ist:

  • 5.20 Aufstehen
  • 6.00 Satsang
  • 7.30 Tee
  • 8.00 Yoga
  • 10.00 Frühstück
  • 11.00 Karma Yoga (gemeinnützige Arbeit)
  • 12.00 Yoga-/Meditation-/Chanting- Coaching (optional)
  • 13.30 Tee und Obst
  • 14.00 Yoga Lecture (Theorieunterricht)
  • 15.30 Yoga
  • 18.00 Abendessen
  • 20.00 Satsang
  • 21.30 Ruhe
  • 22.30 Licht aus

Hier wird der Tag wortwörtlich um 5.20 Uhr eingeläutet – es erklingt sowohl die große Glocke draußen im Hof, aber es läuft auch jemand mit einer kleineren (und wirklich penetrant und sehr schrill klingenden) Glocke durch den Schlafsaal. Um 6.00 Uhr beginnt dann der Tag in dem großen Tempel in der Mitte des Ashrams (Shiva Hall) mit dem Morning-Satsang. Das aus dem Sanskrit stammende Wort Satsang bedeutet „Zusammenkunft mit der Wahrheit“ und bezeichnet das Zusammentreffen mit einem Guru, der ja als erleuchtet gilt. Das Ganze dauert etwa 1,5 Stunden und setzt sich aus einer halben Stunde Meditation, einer halben Stunde Chanting (Singen von religiösen Liedern und Mantren) und einer halben Stunde Input durch den Guru zusammen. Letzteres beinhaltet eine Art Predigt, ein Gebet und die abschließende Aarti – jenes hinduistische Ritual, das wir schon in Varanasi am Ganges kennengelernt haben: Eine Lichterzeremonie, bei welcher eine kleine Feuerschale im Uhrzeigersinn vor den einzelnen Götterbildern geschwenkt wird – als Opfergabe sowie als Symbol für Licht und Erleuchtung. Dabei werden Mantren gerufen, welche den unterschiedlichen Energien der verschiedenen Götter huldigen. Anschließend wird die Feuerschale allen Anwesenden entgegen gehalten und wir halten unsere Handflächen Richtung der Flamme und bedecken mit diesen anschließend unsere Augen und den Kopf, eine Art Segen sowie Teilhabe an der Erleuchtung.

Ich betrete die Shiva Hall jedes Mal auf’s Neue voller Ehrfurcht. Es ist ein sehr majestetisches Gebäude mit einer hohen Decke und einer breiten Treppe, die hinauf führt, und es erinnert mich ein bisschen an die große Halle in Hogwarts – mit dem Unterschied dass die Bögen zwischen den hohen Säulen offen sind und den Blick freigeben auf die eindrucksvolle, palmengesäumte, umliegende Landschaft. Die vorhandenen Wände sind gesäumt von Bildern der einzelnen hinduistischen Götter und ganz vorne gibt es eine Art Bühne mit einer riesigen Shiva Statue sowie zwei Statuen des Ashram-Gründers Swami Vishnudevananda und seinem Guru Swami Sivananda, der all die Praktiken, Abläufe und vor allem die Haltung hier im Ashram geprägt hat (Swami = hinduistischer Mönch). Sie werden während aller Gebete, Chantings und auch der Aarti ebenso angebetet wie die Götter.

Shiva Hall

Hier hängen aber auch Bilder von Jesus, Mohammed und Buddha, und es wird immer wieder betont, dass hier völlig zweitrangig ist, welcher Religion man angehört, dass es am Ende des Tages doch irgendwie alles das Gleiche ist, wie auch immer man seinen Gott auch nenne mag. Es gibt sogar Lieder und Mantren, in denen Jahwe, Jesus, Moses oder Allah gepriesen werden.

Die Shiva Hall ist vermutlich der einzige Ort, an dem sich alle im Ashram Anwesenden zur selben Zeit versammeln – ich schätze aktuell sind hier etwa 200 Menschen (Locals und Reisende aus dem Ausland liegen da tatsächlich so bei 50:50 würde ich sagen ). Das hängt vor allem damit zusammen, dass gerade eine vierwöchige Yogalehrer*innenausbildung stattfindet, weshalb mehr Personen anwesend sind als üblich. Und es ist verrückt, aber trotz dieser hohen Anzahl an Menschen herrscht während der Meditation absolute Stille. Natürlich hustet ab und zu mal jemand oder draußen zirpt eine Grille, aber die meiste Zeit könnte man eine Stecknadel fallen hören. Und wenn der Guru dann nach 30 Minuten das „Om“ anstimmt und 200 Menschen miteinsteigen und dieser zu einem einzigen Ton verschmelzen Chor in der riesigen Halle bis zur Decke anschwillt und sich in jede Ecke ausbreitet, ist das einfach nur Gänsehaut pur…

Mit dem Meditieren selbst tue ich mich tatsächlich sehr schwer. Es ist so schwierig an NICHTS zu denken. Sich auf seine Atmung und vielleicht noch sein Mantra und einfach das Sein im Hier und Jetzt zu fokussieren, ohne dass die Gedanken abschweifen, ist eine echte Herausforderung, der ich nicht mal fünf Minuten lang gewachsen bin. Bei mir sieht das eher so aus: Einatmen… Ausatmen… Einatmen… Ausatmen… Einatmen… Puh mein linker Fuß schläft ein. Ich finde einfach nicht die richtige Position für meine Beine. Die müsste ich im Übrigen auch mal wieder rasieren. Oh, ich muss daran denken Jörn zu bitten, dass er mir neue Klingen für meinen Rasierer mitbringt, wenn er Weihnachten kommt. Hach Weihnachten. Zuhause starten jetzt bald die Weihnachtsmärkte. Schade, dass dieses Jahr zu verpass….aaaah. Stop. Meditieren. Einatmen. Ausatmen. Das kann doch nicht so schwer sein! Einatmen… Ausatmen… Einatmen… Apropos verpassen: Sind momentan eigentlich irgendwelche Geburtstage, die ich hier vergesse? Ich glaube Mario hat die Tage Geburtstag. Den sehe ich auch einfach erst nächstes Jahr Weihnachten wieder, wo ich dieses Jahr beim Familientreffen doch nicht dabei bin. Aber Franzi sehe ich immerhin. Wie es der wohl in Sri Lanka geht? Sri Lanka war auch wirklich schön. Da hatte ich noch meine Lieblingsflipflops, die mir gestern hier kaputt gegangen sind. Die neuen aus dem kleinen Shop hier sind nicht mal halb so bequem. Und wie viele Leute die wohl schon vor mir anprobiert haben. Der Typ, der heute beim Frühstück neben mir saß, hatte wirklich unappetitliche Füße. Diese Näg….aaargh. Denke ich gerade wirklich über fremde Fußnägel nach? Fokus zurück auf den Atem. Einatmen… Ausatmen… Ich schwitze schon wieder wie sonst was. Das T-Shirt habe ich gerade frisch angezogen. Ich müsste auch mal wieder Wäsche waschen fällt mir da gerade ein. Vielleicht mache ich das heute Abend. Was freue ich mich auf meine Waschmaschine Zuhause. Wenn ich wieder da bin, überrede ich Jörn außerdem, dass wir uns einen Staubsaugerroboter zulegen. Und einen Teppich für das Wohnzimmer. Und wo ich gerade schon über die Wohnungseinrichtung nachdenke, fällt mir noch ein ein, dass…“ Ehm…ja.

Den Fokus wieder auf das Atmen zu lenken, ist die eine Sache, aber überhaupt zu bemerken, dass man abschweift, um die Gedanken dann auch ganz bewusst ziehen lassen zu können, ist eine ganz andere. Ich habe auch das Gefühl, je länger ich hier bin, desto schwieriger wird es. Man verbringt hier so wahnsinnig viel Zeit mit sich selbst und seinen eigenen Gedanken, dass dabei natürlich viel hochkommt und den Kopf dann beim Meditieren (oder auch beim Yoga) auszuschalten, wird zunehmend schwieriger. Ich mag diese halbe Stunde trotzdem sehr. Es ist eine ganz neue Erfahrung einfach eine halbe Stunde in vollkommener Stille mit geschlossenen Augen da zu sitzen und einfach NICHTS zu machen.

Das Chanting liebe ich auch. Diese Energie! Der Guru oder jemand anderes der Spirituellen Leitenden singt dabei etwas vor und die Gruppe wiederholt jede einzelne Zeile oder Passage. Die Gebete, die wir dabei rezitieren, sind in Sanskrit, stehen aber in römischer Schrift im Gesangsheft. Es erfordert trotzdem ein paar Tage Übung, bis es mir auch nur annähernd gelingt, die Worte richtig auszusprechen. Den 15-minütigen Daily Chant singen wir jeden Morgen und Abend zu Beginn, dann folgen variierende kurze Chants, der abschließende Chant ist dann wieder immer derselbe. Der Gesang ist dabei in der Regel fröhlich, laut und ausgelassen, alle klatschen und es liegen sogar Instrumente herum, die man sich nehmen und spielen kann (vor allem Trommeln und Tamburine).

Als ich meinen Eltern bei einem Telefonat davon erzähle und meine Mama sich nur halb im Scherz versichert, dass ich aber doch nicht vorhabe zum Hinduismus zu konvertieren, muss ich lachen, so weit bin ich davon entfernt. Ich versuche einfach nur dieses Land, diese Kultur, diese Religion zu begreifen…

Morgendliches Chanten

Was sehr interessant ist, womit ich persönlich aber wenig anfangen kann, sind die Predigten des Gurus sowie das abschließende Gebet, das wir am Ende alle gemeinsam sprechen – ähnlich wie im Christentum das Vater Unser. Bei beidem geht es vorallem um die vollkommene Selbstaufgabe, dem Entsagen von Vergnügen, Spiel und Spaß, Lust und Begehren, des sich Lösens von Gefühlen und Emotionen, um ein Leben in absolutem Gleichmut und Ausgeglichenheit zu führen. Außerdem das komplette Aufgeben der eigenen Individualität und Identität auf dem Weg zu seinem höheren Selbst und zur absoluten Erleuchtung. Als Symbol dessen besteht sogar die Möglichkeit, sich im Rahmen einer kleinen Zeremonie hier im Ashram einen spirituellen Namen geben zu lassen und damit einhergehend, seinen eigentlichen Namen und seine Identität aufzugeben. Bei einer Frau hier im Ashram erlebe ich das hautnah mit. Obwohl mich schon ein bisschen reizt, herauszufinden, welcher Name für mich ausgewählt werden würde, stehe ich nicht hinter der eigentlichen Bedeutung dieser Zeremonie, und diese aus reiner Neugierde – also mit falschen Absichten – zu vollführen, fühlt sich einfach nicht richtig an.

Nach dem Satsang gibt es um 7.30 Uhr Tee für alle sowie die Opfergaben, die vor dem Satsang vor der Shiva Statue abgelegt wurden – in der Regel Obst, Kokosflocken oder frittierte Datteln oder Bananen. Sonntags und mittwochs findet morgens übrigens kein Satsang stattdessen – stattdessen gibt es einen Silent Walk am See entlang, an dessen Ufer wir uns dann irgendwann zum Chanting niederlassen.

Silent Walk mit Meditation am See

Um 8.00 Uhr dann die erste zweistündige Yoga Einheit. Es gibt einen Anfänger-und einen Fortgeschrittenenkurs, die TTCs (Teacher Training Course) praktizieren nochmal separat. Abgesehen von ein paar Schnupperstunden habe ich noch nie so richtig Yoga gemacht und finde es irgendwie spannend, das direkt hier in Indien kennenzulernen. Hier im Ashram wird Hatha Yoga praktiziert, eine Form von Yoga, in der die einzelnen Posen oder Asanas sehr lange gehalten werden. Yoga dient hier nämlich vor allem als Mittel zum Zweck und soll neben angemessener Erholung, angemessener Atmung, angemessener Ernährung (sattvisch) und angemessener innerer Einstellung hauptsächlich auf die Meditation vorbereiten, also darauf über Stunden regungslos im Schneidersitz zu verharren, um so irgendwann den Zustand der inneren Erleuchtung zu erlangen.

Während ich vom Meditieren bislang ja eher weniger profitiere, mag ich das Hatha Yoga dagegen sehr und bemerke hier super schnell Fortschritte! Die Asanas so lange zu halten, lässt einfach zu sehr intensiv in die Dehnung zu gehen, und da auch der Ablauf der Yoga Einheiten immer der gleiche ist, bemerke ich schon nach zwei Tagen erste Veränderungen. Nicht nur, weil ich gelenkiger werde, sondern vor allem weil ich merke, wie ich Atemtechniken und Kognitionen dazu nutzen kann, Bewegungen zu vollführen, die ich für völlig unmöglich gehalten hätte. Immer wieder bin ich beeindruckt davon, wie krass mein Körper ist. Wie oft ich mich in einer super anstrengenden Haltung befinde und absolut sicher bin, dass ich die Übung in den nächsten zehn Sekunden abbrechen muss, und dann atme ich mich in die Entspannung, wiederhole Mantren in meinem Kopf und plötzlich hört das Zittern auf und ich halte die Pose noch zwei weitere Minuten. Diese Verknüpfung von Körper und Geist, von der beim Yoga immer alle sprechen, ist für mich einfach so sehr spürbar.

Meine ersten Yogaversuche – dieses Bild ist von Tag 3 und ich war stolz wie Bolle

Nach dem Yoga gibt es um 10.00 Uhr endlich Frühstück! Das klingt erstmal nach einer normalen Zeit, aber ich bin zu diesem Zeitpunkt schon über 5 Stunden wach (die ersten stehen um 4/4.30 Uhr auf und duschen oder – ACHTUNG – waschen ihre Wäsche!) und habe bereits zwei Stunden Yoga hinter mir. Die Ernährung ist sattvisch und sehr einfach. Es gibt jeden Morgen und Abend Reis mit ungewürztem Curry oder Dhal, manchmal noch etwas Salat (weißer Kohl mit Gurken und Tomaten) oder – abends – Brot (Puri, kleine Dosas oder Chapati). Dazu Buttermilch (morgens) oder heißes Wasser (abends). Anfangs kriege ich das morgens noch nicht gut runter, esse nur sehr wenig und schaffe es dann nicht bis zum Abendessen ohne wahnsinnig Hunger zu kriegen. Aber nach ein paar Tagen wird es besser.

Frühstück

Um 11.00 Uhr steht dann Karma Yoga – gemeinnütziges Arbeiten – auf dem Programm. Selbstlosigkeit und Arbeit für die Gemeinschaft ohne eine Gegenleistung oder auch nur Anerkennung dafür zu erwarten, ist eines der wichtigsten Prinzipien der hier gelebten Yoga Philosophie. Rosalie, die am gleichen Tag wie ich angekommen ist und im Bett schräg gegenüber schläft, und ich werden beide zur Reinigung des Tempels eingeteilt. Hier fegen und wischen hier gemeinsam mit zwei Anderen nun also täglich die Böden – und sammeln positives Karma (da stellt sich mir ja die Frage, ob es dann überhaupt so selbstlos ist, wenn ich dafür doch positives Karma erwarte?). Andere Aufgaben, die hier verteilt werden, sind etwa die Reinigung der Schlafsäle und Gemeinschaftsbäder, Küchendienste, Arbeiten an der Rezeption, Gartenarbeit oder das Leeren und Reinigen der Mülleimer auf dem gesamten Gelände.

Karma Yoga
Frisch gewischt!

Um 12.00 Uhr finden unterschiedliche Coachings statt. Es gibt täglich ein Asana Coaching (Yoga) sowie täglich wechselnd Meditations- oder Chanting-Coaching. Alle dauern etwa eine Stunde und sind wirklich hilfreich, die Teilnahme ist optional.

Um 13.30 Uhr dann einen kleinen Mittagssnack bestehen aus einem Becher Tee und einer winzigen Schale mit Früchten (in der Regel Wassermelone).

Anschließend um 14.00 Uhr eine einstündige Yoga Lecture, in der wir super viel über die Entstehungsgeschichte und Hintergründe des Yogas und den dazugehörigen Faktoren (Ernährung, Atmung, Entspannung, innere Einstellung) lernen. Ich habe dazu keine Erfahrungswerte, aber unserer Lehrerin grenzt sich dabei auch immer wieder deutlich von den Yoga Retreats in der westlichen Welt ab sowie im Allgemeinen vom westlichen Yoga und wie es dort vor allem als Sport praktiziert wird. Yoga ist hier viel mehr eine Lebenseinstellung, eine Philosophie, eine Haltung, nach der man sein komplettes Leben ausrichtet.

Um 15.30 Uhr folgen zwei weitere Stunden Yoga und um 18.00 Uhr gibt es Abendessen. Die Mahlzeiten werden hier im Übrigen schweigend eingenommen, da die Energie, die das Essen uns schenkt, nicht ungefiltert direkt wieder verschwendet werden soll. Auch während der Yoga Einheiten sowie in dem kompletten Zeitraum zwischen dem abendlichen und dem morgendlichen Chanting ist Reden nicht erwünscht.

Abendessen

Von 18.30-19.30 Uhr wird dann das WLAN eingeschaltet. Da ich eine indische Simkarte habe, bin ich theoretisch den ganzen Tag über online, bemühe mich aber, das Handy auch nur abends zu nutzen und es tagsüber weitestgehend im Flugmodus zu lassen und nur als Uhr zu benutzen.

Um 20.00 Uhr dann wieder der 1,5-stündige Satsang, der den Tag beendet. Dieses ständige im Schneidersitz auf dem Boden sitzen ist tatsächlich anstrengender als die täglichen 4-5 Stunden Yoga. Wenn ich die Satsangs, die Mahlzeiten, die Yoga Lecture, eventuelle Coachings und die Phasen im Schneidersitz während der Yogaeinheiten (Gebete zum Beginn und zum Abschluss sowie die Atemübungen) zusammenrechne, komme ich insgesamt auf etwa 5,5-6,5 Stunden am Tag.

Das vielleicht erstmal mal als allgemeiner Überblick. Es ist eine wahnsinnig spannende Erfahrung und ich verlängere nach den ersten drei Tagen hier direkt auf zwei Wochen. Ich bleibe hier auf jeden Fall bis zu meinem Abflug nach Thailand. Ich fühle mich sehr wohl und schätze gerade so sehr, einen festen „Wohnort“ zu haben, mal auszupacken, meine drei Regalbretter zu bestücken, den großen Rucksack zu verstauen. Ich genieße nach diesen sieben Wochen des Herumreisens auch ein Stück weit diese Routine und den festen Alltag – auch wenn das frühe Aufstehen wirklich hart ist. Witzigerweise sprühe ich tagsüber aber vor Energie! Obwohl die Tage lang und anstrengend sind und ich die ersten Abende echt kaputt ins Bett falle, ist nach der ersten Eingewöhnung tagsüber keine Spur mehr von Müdigkeit oder Erschöpfung da. Ich fühle mich einfach fit und ausgeruht. Leider führt das auch dazu, dass ich abends viel länger brauche, um in den Schlaf zu finden. Auch weil das viele Nachdenken wie gesagt so aufwühlt. Es gibt ein Gedicht von Julia Engelmann, in dem sie sagt „Ich wünschte meine Gedanken würden mal vor mir einschlafen, dann hätte ich auch mal Zeit für mich.“ Fühle ich gerade sehr.

Ich bin jetzt wieder sehr nah an Sri Lanka und das bedeutet: Regenzeit!

So ein Ashram ist schon ein außergewöhnlicher Ort. Obwohl so viele Menschen zusammen leben und den Tag miteinander verbringen, ist doch jeder so sehr auf sich fokussiert und mit sich selbst beschäftigt. Anfangs hatte ich schon Eindruck, dass sich hier kleine Grüppchen zusammenfinden (und ein bisschen Panik bekommen, ob ich mehr socializen sollte), bis mir klar wurde, dass das die Teilnehmenden des Yoga Teacher Trainings sind, die ja auch gemeinsame Lerngruppen bilden, etc. Aber alle, die wie ich einen normalen Aufenthalt hier im Ashram haben, sind tatsächlich eher für sich. Ich bin also viel allein. Und das ist auch in Ordnung so. Darauf war ich eingestellt. Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen ist ja das, worum es hier geht. Und trotzdem schlüpft eines Abends, als ich nicht richtig aufpasse, die Einsamkeit mit unter meinem Moskitonetz hindurch, als ich in mein Bett krieche. Energisch versuche ich sie aus dem Bett zu schubsen, aber sie klammert sich störrisch an den Laken fest. Irgendwann gebe ich es auf, lege mich auf den Rücken und starre an die Decke. Behutsam schmiegt sie sich an mich, schlingt ihre Arme und Beine um mich, legt sich schwer auf meinen Brustkorb, bis ich irgendwann das Gefühl bekomme nicht mehr atmen zu können. Ich schließe die Augen, atme tief durch, rufe mir die schönen Momente dieses Tages vor Augen. Solange, bis ich irgendwann merke, wie sich ihr Griff ein wenig lockert. „Geh weg“, brumme ich, drehe mich von ihr weg auf die Seite und schlafe ein. Am nächsten Morgen ist sie verschwunden.

Ein besonders eindrückliches Erlebnis habe ich außerdem einmal abends beim Satsang. Während des Chantens sitzt immer diese sehr alte Frau am Rand der Bühne und begleitet den Gesang auf ihrem Harmonium. Und eines Abends, nachdem der Daily Chant vorbei ist, stimmt sie plötzlich eine Melodie an und beginnt zu singen.
Ich erstarre schon bei den ersten Worten. Ihre Stimme klingt genau wie die meiner Oma. Ich verstehe die Sprache nicht, aber es ist eine Melodie in Moll mit tragisch in die Länge gezogenen Tönen, die mich mitten ins Herz treffen. Ich sehe den Schmerz nicht kommen. Er überfällt mich von hinten, rollt wie eine gigantische Welle über mich hinweg und ich werde einfach mitgerissen. Innerhalb von Sekunden schießen mir die Tränen in die Augen. Scheiße. Darauf war ich nicht vorbereitet, nicht gewappnet, alle meine Mauern sind unten. Es ist doch schon fast vier Jahre her. Ich blinzle hektisch, schäme mich aus irgendeinem Grund für diesen Gefühlsausbruch, hoffe, dass niemand etwas bemerkt. Aber die Tränen strömen mir über das Gesicht, es ist wie eine Flut, die sich ergießt und die ich nicht stoppen kann. Verstohlen versuche ich mir die Tränen aus dem Gesicht zu wischen, aber es sind viel zu viele und dieses verdammte Lied hört einfach nicht auf. Sie fließen und fließen und ich benötige das gesamte Lied und auch noch das danach, um mich wieder zu fangen.

Auch das macht also das Ashram mit mir. Ich öffne mich hier sehr, um mich auf all das hier einzulassen, alles aufzusaugen – und lasse dadurch natürlich zu, dass es mir unter die Haut geht. Mich berührt. Ich habe das nur nicht zu Ende gedacht, nicht bedacht, dass Öffnung nicht nur bedeutet, dass alles herein kann, sondern auch heraus…

Rosalie hat ein paar Tage später ein ähnliches Erlebnis. Unser Guru widmet das morgendliche Abschlussgebet zwei verstorbene Angehörigen und als wir die Augen wieder öffnen und alle beginnen die Halle zusammen verlassen, sitzt Rosalie völlig aufgelöst und mit tränennassem Gesicht neben mir. „Puh. That got quite emotional. Didn’t see that coming.“ sagt sie noch, bevor ihre Stimme bricht. Ich frage sie, ob sie eine Umarmung braucht und sie nickt heftig. Wir liegen uns lange in den Armen, auch noch nachdem ihre Schluchzer abgeebbt ist. Mir war gar nicht klar, wie sehr mir Körperkontakt gefehlt hat. Es ist einer dieser verbindenden Momente, nach denen man plötzlich eine andere Beziehung zueinander hat als zuvor, und seitdem verbringen wir hier viel Zeit miteinander.

Ich glaube das Spannendste hier sind die Gespräche mit den Menschen, die hier im Ashram arbeiten. Ich unterhalte mich mit unserem Yogalehrer Naraya über Enthaltsamkeit und Selbstdisziplin und er erzählt, dass er sich jeden Mittag ein Erdnussbutter Toast gönnt – und warum das auch völlig in Ordnung ist. Unsere Lehrerin aus dem Theorieunterricht berichtet von den Widerständen, auf die sie aufgrund ihrer vegetarischen Ernährung Zuhause stößt – früher bei ihren Eltern und heute bei ihrem Mann. Und mit einer der TTC Trainerinnen, die im Bett gegenüber von mir schläft, diskutiere ich über die Haltung gegenüber menstruierenden Frauen und warum die nie irgendwelche Tempel betreten dürfen. Sie berichtet, dass die Eltern ihres Exmannes ihr nicht mal die Hand schütteln oder sie berühren wollten, während sie ihre Tage hatte. Früher sei es sogar so gewesen, dass Frauen während der Menstruation nicht im Bett schlafen durften, sondern auf dünnen Strohmatten auf dem Boden liegen mussten. Man gilt dann im Hinduismus einfach als unrein. Ich finde das so absurd, weil die Menstruation doch einfach der krasseste Reinigungsprozess ist, zudem der menschliche Körper im Stande ist.

Freitags ist hier übrigens frei, was faktisch aber nur bedeutet, dass die Coachings und die Yoga Lecture ausfallen, alles Andere findet wie gewohnt statt. Anders als sonst ist die Teilnahme aber nicht obligatorisch und es ist uns erlaubt, das Ashramgelände zu verlassen. Das Ashram bietet sogar organisierte Ausflüge in die umliegende Umgebung (Tempel, Backwaters, Strand) an. An meinem ersten Freitag ist mein erster Tag hier im Ashram und ich bleibe hier, finde mich zurecht, genießen den entspannten Einstieg in das alltägliche Leben hier. In der zweiten Woche unternehmen Rosalie und ich gemeinsam mit Giada und Giulia aus Italien und Florian aus Belgien einen Ausflug in die nächstgelegene Stadt. Wir nehmen noch das morgendliche Programm hier mit und brechen nach dem Frühstück auf. An der Straße halten wir ein Tuktuk an, das uns tatsächlich ALLE mitnimmt (es ist ein Drei-Personen-Fahrzeug, aber andererseits habe ich hier auch schon Familien zu fünft auf dem Roller gesehen, also warum nicht). Florian quetscht sich vorne mit auf den Fahrersitz, wir zu dritt auf die Rückbank und Giulia in das offene Fenster. Wir sind hauptsächlich auf der Suche nach Kaffee und etwas Süßem, da es im Ashram weder Zucker noch Koffein gibt, und wenn heute schon ein Pausentag ist, warum dann nicht auch eine richtige Pause von all dem machen. Wir entdecken eine kleine Konditorei und… was soll ich sagen – es artet etwas aus. Schlussendlich nimmt jeder von uns vier Stücke Kuchen mit, ich entscheide mich für ein Stück Carrotcake, eine Lavacake, einen Vanille- sowie einen Pistazienmuffin und ja: Ich esse das alles noch am selben Nachmittag auf! Kaffee finden wir leider keinen, also trinken wir einen Masala Tea und später nochmal einen, als wir zurück am See sind – der wohl schönste Ort, an dem ich in Indien bisher Tee getrunken habe! Rosalie und ich spazieren noch zu zweit zu dem Staudamm und um den Zucker mit ein paar Vitaminen auszugleichen, holen wir uns unterwegs noch eine Kokosnuss und eine Ananas.

Zu sechst im Tuktuk (Drei-Personen-Fahrzeug)
Neyyar Dam
Yummi

Was gibt es noch zu berichten? Ich gönne mir hier im Ashram die erste ayurvedische Massage meines Lebens (das ist ja auch einfach ein Erlebnis für sich). Außerdem ist samstags abends Talent Show anstelle des Satsangs. Dabei geht es vor allem um einen kulturellen Austausch – alle, die möchten, können etwas aus ihrer Kultur präsentieren: Ein Lied, einen Tanz, ein Gedicht oder sonstiges. Mein Highlight ist ein deutsch-spanisches Duo, die gemeinsam eine wirklich berührende Version von „Farbenspiel des Winds“ aus Pocahontas singen – sie auf Spanisch, er auf Deutsch und mit Gitarre. Dann habe ich hier noch diese verrückte Nasenreinigung durchgeführt und mir einen kleinen Schlauch in die Nase geschoben, dessen Ende ich mir dann aus dem Rachen wieder herausziehen sollte. Der Schlauch ist auch tatsächlich im Rachen angekommen, aber ich hatte da schon das Gefühl mich jeden Moment übergeben zu müssen und es war völlig undenkbar mir jetzt auch noch zwei Finger in den Hals zu stecken und nach dem Schlauch zu fischen. Also habe ich ihn aus der Nase wieder herausgezogen.

Ansonsten gibt es hier auf dem Gelände einen kleinen Laden, wo (vermutlich vor allem Menschen aus dem Westen) alles kaufen können, was sie hier womöglich brauchen: Besteck, Klopapier, Sitzkissen, … Es gibt dort aber auch diese wunderschönen Gebetsketten, die sogenannten japa malas. Sie sollen dabei helfen sich bei der Meditation besser zu konzentrieren, indem man mit geschlossenen Augen im Uhrzeigersinn mit den Fingern von Perle zu Perle wandert und für jede Wiederholung seines Mantras eine Perle berührt. Insgesamt sind es 108 Perlen – eine glücksverheißende Zahl, da sie ein dreistelliges Vielfaches der Zahl drei (Zahl der absoluten Ausgeglichenheit) ist und ihre Quersumme neun beträgt – die Addition dreier Dreien. Eine hundertneunte Perle baumelt in der Mitte der Kette herunter – damit man weiß, wann man fertig ist, falls man nicht mitgezählt hat. Ich glaube so eine Kette hole ich mir morgen; vielleicht klappt das Meditieren damit besser…

So und jetzt falle ich ins Bett.

Om Namah Shivaya!

4 Kommentare

  • Wolfgang Berg

    Ich entschuldige mich aufrichtig für diesen Kommentar! Aber ich teste einige Software zum Ruhm unseres Landes und ihr positives Ergebnis wird dazu beitragen, die Beziehungen Deutschlands im globalen Internet zu stärken. Ich möchte mich noch einmal aufrichtig entschuldigen und liebe Grüße 🙂

  • Daniela

    Ich habe mich sooooo auf den nächsten Eintrag von Dir gefreut und ihn extra ganz in Ruhe bei einer Tasse Tee gelesen. Wie bereits mitgeteilt, ist es so schön und ergreifend wie Du schreibst. Deine Erfahrungen im Ashram interessieren mich sehr, da ich „westliches Yoga“😉 praktiziere und gerne mehr Zeit zum Meditieren hätte.
    Super, wie Du Deine Meditationserfahrungen beschreibst . 🤗
    Du solltest wirklich ein Buch schreiben.
    In diesem Sinne, Namaste

  • Lena

    Wieder so ein berührender Eintrag! Die Einsamkeit hat mir wirklich eine Gänsehaut gemacht, das Gefühl kenne ich nur zu gut vom Reisen. Danke für deine tollen Beschreibungen ❤️

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